Versammlungsrecht verteidigen

Am Sa 22.05.2021 fand in der Kölner Innenstadt eine Demonstration statt, um gegen die von der CDU-Landesregierung geplante Verschärfung des nordrhein-westfälischen Versammlungsgesetzes zu protestieren:

„Sollte dieser Gesetzentwurf durchkommen, würden Bewegungen im Kampf um soziale Gerechtigkeit massiv eingeschränkt und behindert. So würden u.a. Vorbereitungen zur Blockade oder die Störung von Naziaufmärschen unter Strafandrohung von bis zu zwei Jahren gestellt werden. Für die Klimabewegung, gewerkschaftliche Proteste und Arbeitskämpfe, den emanzipatorischen Kampf um Geschlechtergerechtigkeit, die Gesundheitsversorgung und für antifaschistische und antirassistische Aktionen hätte das Gesetz verheerende Auswirkungen. Selbst Proteste von Stadtteil-Initiativen zum Beispiel für verkehrsberuhigte Straßen würden schon erschwert. Statt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu garantieren, schafft der Gesetzentwurf die Grundlage für noch mehr Willkür der Polizei.“ (Aufruf des Kölner Bündnis „Versammlungsgesetz NRW stoppen – Grundrechte erhalten“)


Die Neufassung sieht vor, dass bestimmte Formen legitimer Proteste in Zukunft kriminalisiert werden sollen. Es kommen weitere Ordnungswidrigkeiten hinzu und die Strafen sollen erhöht werden. Die Anmeldung und Durchführung legaler Versammlungen soll erschwert werden, außerdem sollen Demonstrant*innen eingeschüchtert und abgeschreckt werden. Auch mit dem Sammeln persönlicher Daten und weiteren bürokratischen Hürden versucht die Regierung künftige Proteste zu verhindern oder zu erschweren.

In Zeiten zunehmender rechter Terrornetzwerke und rassistischer Polizeiskandale versucht sich Ministerpräsident Laschet als autoritäre Führungskraft für seine Kanzlerkandidatur bei den Bundestagswahlen im Herbst zu profilieren. Die konservativ-marktliberale Landesregierung dient sich dabei auch den Interessen des Kohle-Konzerns RWE an und kriminalisiert bekannte Protestformen der Klimabewegung, z.B. von Ende Gelände unter dem Vorwurf von „Uniformierung“.

Aber auch gewerkschaftliche Versammlungen mit einheitlichen Kleidungsstücken oder Bauarbeiter*helmen könnten durch das neue Gesetz zu staatlicher Verfolgung führen. Das Recht auf Versammlungsfreiheit muss aber nicht nur auf der Straße, sondern auch am Arbeitsplatz (z.B. in Betriebsversammlungen) immer wieder gegen die Interessen von Staat und Kapital erkämpft bzw. verteidigt werden. Continue reading

Arbeiter*innen-Gedenktag 2021

Der „Workers‘ Memorial Day“ als internationaler Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten steht 2021 wieder unter dem Eindruck der globalen Bedrohung durch die Covid19-Pandemie. Ob am Arbeitsplatz oder auf dem täglichen Weg dorthin – die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 steigt mit wenig Abstandsmöglichkeiten und schlechter Belüftung.

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Vor allem schlecht bezahlte Jobs in Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen und natürlich die kaputtgesparten Pflegeberufe stellen eine konkrete Gefahr für Leib und Leben der Lohnabhängigen dar. Auch Erzieher*innen und Lehrpersonal, sowie Arbeiter*innen mit vielen Kontakten im Betrieb (oder zuhause) sind besonders oft von einer Erkrankung an dem tödlichen Atemwegsvirus betroffen.

Während die politischen Stellvertreter*innen alles dafür tun, damit die nationale Wirtschaft vor den dringend benötigen Einschränkungen der Profitmaximierung geschützt wird, regt sich Widerstand u.a. gegen einseitige Ausgangssperren im privaten Bereich. Die internationale Kampagne #ZeroCovid kämpft beispielsweise für einen radikalen Shutdown der Wirtschaft mit solidarischem Finanzausgleich für alle Betroffenen, wie Lohnabhängige,  Erwerbslose und Rentner*innen (#CovidAtWork). Aber es stellt sich auch die Frage, ob nicht ein länderübergreifender Generalstreik das Herunterfahren der nicht-lebensnotwendigen Betriebe viel effektiver und vor allem selbstbestimmt realisieren könnte. Continue reading

Anarcho-Syndikalismus international, Nr. 15, Frühjahr 2021

Newsletter des ASN Köln, Nr. 15, Frühjahr 2021

Anarcho-Syndikalismus international, Nr. 15, Frühjahr 2021 (Titel)
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+++ Gewerkschaftsinfos aus aller Welt +++
INTERNATIONAL: Zero Covid: für solidarischen Lockdown
ÖSTERREICH: Lohnraub im Kindergarten abgewendet
ÖSTERREICH: Erneut Protest gegen Lohnraub
ÖSTERREICH: Wilder Streik beim Samariterbund
SPANIEN: Kundgebung gegen Indra in Madrid
SPANIEN: Siegreicher Arbeitskampf in Granada
SPANIEN: Konflikt bei der Post in Madrid
FRANKREICH: Anmerkungen zu einem Arbeitskampf
RUSSLAND: Über die aktuellen Proteste für Nawalny
KOLUMBIEN: Aufruf zu globalem Klimastreik auch in Bogota
BRITANNIEN: Weniger Leben = weniger Arbeit
BRITANNIEN: Häusliche Gewalt als Thema am Arbeitsplatz
SPANIEN: Proteste am Welt-Frauentag
SPANIEN: CNT-IAA: Trotz Wind und Wetter
INTERNATIONAL: Die IAA und ihre Sektionen verteidigen
THEORIE: Bookchins Erbe – Eine syndikalistische Kritik

+++ Lokale Berichte +++
KÖLN: Globaler Klimastreik auch in Köln
KÖLN: Wohnraum-Aktionstag 2021

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Newsletter-Archiv:
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Zero Covid: Aktionstag für solidarischen Lockdown

Mit kleinen Kundgebungen, öffentlichen Demonstrationen und einem kreativen Online-Programm hat die Kampagne „Zero Covid“ am 10.04.2021 einen internationalen, dezentralen Aktionstag auf mehreren Kontinenten durchgeführt. Im deutschsprachigen Raum fanden in zwei Dutzend Städten coronasensible Proteste gegen die andauernde Lockerungspolitik statt, welche zwar individuelle Freiheitsrechte einschränkt, aber die kapitalistische Marktwirtschaft vor teuren Maßnahmen schützt.

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Köln: Wohnraum-Aktionstag 2021

Das „Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ hatte am dezentralen, europaweiten „Housing Action Day“ zu einer Kundgebung in der Altstadt aufgerufen, an dem sich auch das ASN Köln beteiligte:

Etwa 100 Menschen sind am Samstag 27.03. nachmittags auf dem Heumarkt zusammengekommen, um gegen die weiterhin steigenden Mieten zu protestieren. Denn während zahlreiche Bürogebäude ungenutzt bleiben und einige Mietshäuser wegen Baufälligkeit leerstehen, ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt mittlerweile dramatisch.

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Nicht nur für Obdachlose und Geflüchtete wird es fast unmöglich gemacht, eine menschenwürdige Unterkunft zu nutzen. Auch Alleinerziehende, Arbeitslose und Rentner*innen können sich die rücksichtslos angehobenen Quadratmeterpreise meist nicht leisten. Die Folgen sind Verdrängung an den Stadtrand, überfüllte Unterkünfte, verschimmelte Kellerbehausungen, vernachlässigte Hochhaus-Siedlungen und Elendsquartiere. Continue reading

Globaler Klimastreik auch in Köln (19.03.)

Ein halbes Jahr nach dem letzten weltweiten Aktionstag im September 2020 fanden am 19.03.2021 trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie erneut in 50 Ländern Proteste für Klima-Gerechtigkeit und gegen Umweltzerstörung statt.

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„Fridays For Future“ als transnationale und teilweise basisdemokratische Graswurzelbewegung hatte zu coronasensiblen Veranstaltungen mit virtueller Beteiligung im LiveStream und dezentralen Versammlungen aufgerufen. Unter dem Motto #AlleFür1Komma5 ging es um den dringend benötigten, radikalen Stopp des Treibhausgas-Ausstoßes, damit die Erdtemperatur sich nicht um 1,5°C erhöht. Continue reading

Anarcho-Syndikalismus international, Nr. 14, Winter 2020/’21

Anarchosyndikalismus international - nr14 - Winter 2020-21

Newsletter des ASN Köln, Nr. 14, Winter 2020/‘21

+++ Gewerkschaftsinfos aus aller Welt +++
EUROPA: ZeroCovid – für einen solidarischen Shutdown
INDIEN: Armut, Rassismus und Wirtschafts­krise
INTERNATIONAL: Freiheit für chilenische Gefangene
KOLUMBIEN: Straflosigkeit von homophobem Mobbing
MAROKKO: Solidarität mit Minen-Besetzung in Touissit
UKRAINE: Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal
SPANIEN: Erneute Repression in Barcelona
ÖSTERREICH: Erfolgreicher Arbeitskampf in Wien
POLEN: Lohnraub beim Bildungszentrum Tumiraj
FRANKREICH: Unterstützt den Streik bei STEF
USA: Trumps Hauptstadt-Chaos

+++ Lokale Berichte +++
KÖLN: Anti-Knast-Demo in Ossendorf
KÖLN: Protest gegen neues Versammlungsrecht
KÖLN: Die Stadt gehört uns allen
KÖLN: Mahnwache für den Erhalt von Lützerath (Garzweiler II)

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ZeroCovid: Für einen solidarischen europäischen Shutdown

Das ASN Köln unterstützt die Kampagne zero-covid.org:

„Das Ziel heißt Null Infektionen!
Für einen solidarischen europäischen Shutdown

Nach einem Jahr Pandemie sind wir in ganz Europa in einer äußerst kritischen Situation. Tausende Menschen sterben jeden Tag und noch viel mehr erkranken. Das neue Coronavirus breitet sich rasend schnell aus, von Mutationen noch beschleunigt. Die Maßnahmen der Regierungen reichen nicht aus: Sie verlängern die Pandemie, statt sie zu beenden, und gefährden unser Leben.

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Die Strategie, die Pandemie zu kontrollieren, ist gescheitert („flatten the curve“). Sie hat das Leben dauerhaft eingeschränkt und dennoch Millionen Infektionen und Zehntausende Tote gebracht. Wir brauchen jetzt einen radikalen Strategiewechsel: kein kontrolliertes Weiterlaufen der Pandemie, sondern ihre Beendigung. Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen – es muss Null sein. Continue reading

Köln: Anti-Knast-Demo in Ossendorf

Banner: Freiheit für alle [durchgestrichen] politischen Gefangenen

Am Mi 30.12. fand eine angemeldete Kundgebung am Vorabend der traditionellen Silversterdemo vor der JVA Ossendorf statt, an der sich etwa 50-60 Leute beteiligt haben. Außer dem Autonomen Knastprojekt und der „Anarchistischen Linken“ war u.a. auch das ASN vor Ort, um gegen Repression und Ausgrenzung zu protestieren. Außerdem haben wir einige Handzettel verteilt, um auf die Repression des sozialen Aufstands in Chile aufmerksam zu machen.

In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Gefängnis-Industrie, die Zwangsarbeit in Gefängnissen und die staatlichen Unterdrückungsmaßnahmen grundsätzlich abgelehnt, sowie zu weiteren Solidaritätsaktionen aufgerufen. In den Ansprachen wurden ausdrücklich nicht nur die politischen, sondern auch die sozialen Gefangenen gegrüßt. Die über Lautsprecher verstärkten Grußadressen waren in mehreren Sprachen verfasst, sodass auch die nicht-deutschsprachigen Straf- und Untersuchungshäftlinge vielleicht die Botschaften verstehen konnten.

Auf Silvesterfeuerwerk wurde während der corona-gerechten Versammlung wegen des Pyrotechnikverbots verzichtet, aber die gute Stimmung kam hoffentlich trotzdem jenseits der Kerkermauern an.

Handzettel: Chile-Solidarität - Freiheit für die Gefangenen des Aufstandes

Mehr Infos zur Repression in Chile:
Freiheit für die chilenischen Gefangenen

CC:BY-NC

Anarcho-Syndikalismus international, Nr. 13, Herbst 2020

Newsletter des ASN Köln, Nr. 13, Herbst 2020

+++ Gewerkschaftsinfos aus aller Welt +++

WELTWEIT: Die Corona-Krise geht weiter
FRANKREICH: Privatisierung im Gesundheitswesen
ÖSTERREICH: Lockdown und Protest
ÖSTERREICH: Kundgebung vor dem Roten-Kreuz
ÖSTERREICH: Nicht-gezahlte Löhne bei Seamox
ÖSTERREICH: Kompensation für Kündigung
USA: Labor Day 2020 – Jetzt ist es soweit
INTERNATIONAL: Solidarität mit Streiks in Belarus
SRI LANKA: Gewerkschafter*innen bei Ansell
NIEDERLANDE: Gegen drohende Abschiebung
INTERNATIONAL: Gegen nichtgezahlte Löhne
SPANIEN: Arbeitskämpfe gegen Lohnraub
SPANIEN: Konflikt mit Fundacion Diagrama
BRASILIEN: Proteste gegen rassistischen Mord

+++ Lokale Berichte +++
HAMBACHER FORST: Workshops beim Skillshare
KÖLN: Klimastreik-Aktionstag
KÖLN: Demo gegen Pflege-Notstand
KÖLN: Gemeinsam gegen nicht-gezahlte Löhne

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Aktionswoche gegen Lohnraub

Indem wir mit Plakaten und Flugblättern nicht-ausgezahlte Löhne und Sozialleistungen einfordern, kämpfen wir selbstorganisiert gegen Ausbeutung, Ungleichheit und Unterdrückung.

Und dabei stehen wir nicht alleine: In mehreren Ländern führen aktuell die Mitglieder und Freund*innen der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziaion vielfältige Proteste und Aktionen gegen die Vorenthaltung finanzieller Ansprüche gegen säumige Arbeitgeber*innen durch.

Gemeinsam gegen Lohnraub – werde aktiv!

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln
Kontakt: asn-koeln [at] riseup.net

Mehr Infos zur IAA-Aktionswoche gegen nichtgezahlte Löhne:
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2020/10/06/internationale-aktionswoche-gegen-nichtgezahlte-loehne-12-18-10/

Gemeinsam gegen nicht-gezahlte Löhne!

Unbezahlte Überstunden leisten?

Kein gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Geschlechtliche Diskriminierung beim Gehalt?

Unfreiwillig in Teilzeit? Zu wenige Stunden?

Immer nur befristete Stellenangebote?

Keine Lohnfortzahlung bei Krankheit?

Ohne Vertrag: Keine Abfindung, kein ALG?

Zwangsarbeit und moderne Sklaverei?

DAS IST LOHNRAUB!

Kämpfen wir selbstorganisiert gegen Ausbeutung, Ungleichheit und Unterdrückung!

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln
https://asnkoeln.blackblogs.org

Mehr Infos zur IAA-Aktionswoche gegen nichtgezahlte Löhne:
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org

Internatioale Aktionswoche gegen nichtgezahlte Löhne 2020

Workshops beim Hambi-Skillshare

Bei den diesjährigen Bildungswochen im Hambacher Forst, die im September als Teil des Kampfes gegen den Braunkohle-Tagebau stattfanden, hat das ASN Köln wieder selbstorganisierte Workshops angeboten:

2020-09-13_hambi-workshop1

So 13.09., 15:00-16:30 Uhr,
Arbeitssicherheit & Brandschutz

Eine theoretische Einführung mit praktischen Tipps und
Erfahrungsaustausch zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und in der
Freizeit. Danach ist ein Rundgang über das Camp geplant mit konkreten
Hinweisen auf mögliche Gefahrensituationen (Werkzeug, Lagerräume,
Küchen, Öfen und Feuerstellen). Alles natürlich auch in Bezug auf eine
hygienische Covid-19-Vorbeugung.

So 13.09., 17:00-18:00 Uhr,
Öko-Syndikalismus statt Green New Deal

Der kapitalistische Fortschritt ist die zentrale Ursache der aktuellen
Klimakrise, welche die Menschheit aufgrund der globalen Erwärmung zu
bewältigen hat. Offensichtlich ist ein globaler Wandel nötig, aber woher
soll der kommen? Statt staatlicher Förderprogramme für die Industrie
gibt es die anarchosyndikalistische Alternative, in der unabhängige
Basisgewerkschaften für eine öko-sozialistische Zukunft in
selbstverwalteten Betrieben und autonomen Kommunen kämpfen.

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Anarcho-Syndikalismus international, Nr.12, Sommer 2020

Anarchosyndikalismus international - nr12 - Sommer 2020Newsletter des Anarchosyndikalistischen Netzwerks – ASN Köln

+++ Gewerkschaftsinfos aus aller Welt +++

USA: Corona: Antikapitalismus in postfaktischen Zeiten
BANGLADESCH: Schluss mit Kündigungen
INTERNATIONAL: Geschäfte der Pharma-Mafia
BULGARIEN: Repression gegen Gesundheitspersonal
BULGARIEN: ARK unterstützt Protestbewegung
SLOWAKEI: Corona: Wir sitzen nicht im selben Boot!
INTERNATIONAL: Zeit zum Organisieren!
POLEN: Gewerkschaftsprotest vor dem Parlament
POLEN: Forderungen der ZSP
POLEN: Für ein soziales Schutzschild
INDONESIEN: Anarchosyndikalismus, wie wir arbeiten
USA: Gerechtigkeit für George Floyd
USA: Gewerkschafter*innen unterstützen den Aufruhr
ÖSTERREICH: Angriffe türkischer Faschist*innen
ÖSTERREICH: Werkarbeiter*innen im Bummelstreik

+++ Lokale Berichte +++

KÖLN: Räumung des Großmarktes verhindert
KÖLN: Proteste am Ersten Mai
KÖLN: Aktionen am Arbeiter*innen-Gedenktag
KÖLN: Für Evakuierung der Flüchtlingslager
RHEIN-SIEG: Ausbeutung von Erntehelfer*innen

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Corona-Krise geht weiter

Aktuelles zur Covid-19-Pandemie (August 2020)

Mit mehr als 20 Millionen bestätigten Infektionen und fast 750.000 Toten weltweit ist der Ausbruch der Corona-Seuche immernoch in vollem Gang. Davon befinden sich etwa 65.000 Erkrankte in einem kritischen Zustand, wobei viele Fälle sicherlich garnicht offiziell erfasst werden. In den USA sind mit über fünf Millionen Infizierten die meisten Fälle gemeldet worden. Sehr viele Kranke gibt es auch in Lateinamerika, Indien, Russland und Südafrika.

Seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 haben sich auch hierzulande rund 220.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Zwar ist der Verlauf in der BRD mit über 9.200 Toten bisher vergleichsweise niedrig, was auch an den Gegenmaß­nahmen im monatelangen Lockdown lag. Aber mit etwa 1.000 Neuinfektionen und cirka 6 Toten pro Tag ist die Tendenz in Deutschland wieder leicht steigend.

Mehr als 10.000 Fälle von positiv Gestesten gibt es aktuell in Deutschland, meist in dicht besiedelten Metropolenregionen. Überfüllte Wohnräume, enge Arbeitsplätze und schlechte Sanitärversorgung spielen dabei eine Rolle. Doch um die kapitalisti­schen Gewinne zu schützen, werden von Politik und Verwaltung derzeit nicht nochmal weiträumig Unternehmen geschlossen. Sondern nur einzelne Einschrän­kungen in begrenzten Bereichen werden angeordnet. Dass der Schutz von Arbeiter*innen und „Risikogruppen“ im laufenden Geschäftsbetrieb meist nicht berücksichtigt wird, scheint egal zu sein. Streiks dagegen sind eher die Ausnahme.

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In Deutschland ist zwar jede Ansteckung nach dem Infektionsschutzgesetz zur Gefahrenabwehr meldepflichtig. Aber in vielen anderen Staaten gibt es keine zuverlässigen Angaben über das wahre Ausmaß der Seuche. Vor allem in den weniger industrialisierten, ärmeren Regionen breitet sich das Virus unkontrolliert aus. Vermutlich sind dort die tatsächlichen Zahlen um ein Vielfaches höher.

Um so wichtiger ist es, die aktuellen Erkenntnisse über diese gefährliche Atem­wegserkrankung zu teilen und den Gesundheitsschutz für Alle gemeinsam zu organisieren. Eigenverantwortung und vor allem Rücksichtnahme auf die Gefährdetsten sind daher gelebte Solidarität. Doch statt auf staatlichen Zwang und strenge Überwachung zu vertrauen (oder gar die massiven Gesundheitsge­fahren herunterzuspielen) setzen wir auf gegenseitige Hilfe. Durch praktische Unterstützung in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz können die sozialen Kämpfe gegen die Folgen der Seuche gleichberechtigt solidarisch gestärkt werden. Somit lässt sich der rassistischen Ungerechtigkeit und kapitalistischen Ausbeutung in dem vom Kolonialismus geprägten Weltmarkt etwas entgegensetzen. Wobei man leider feststellen muss, dass das Coronavirus die Aufmerksamkeit von der weiterhin sich dramatisch verschlimmernden Klimakatastrophe wieder ablenkt…

Einige Infos zum Umgang mit dem Corona-Virus

Übertragungswege:
– Tröpfchen (Husten, Spucken, Niesen)
– Aerosol-Nebel (Reden, Singen, Lachen, Rufen)
– Schmier-Infektion (Verbreitung durch Anfassen)

Eintrittstellen:
Nase, Mund und Augen

Schutzmaßnahmen:
– Händehygiene (regelmäßig für 20 sec mit Seife waschen / desinfizieren)
– Unterwegs nicht in‘s Gesicht fassen, stattdessen evtl. Handschuhe tragen
– Mobiltelefone reinigen (mit UV-C-Strahlen oder Alkoholtuch sterilisieren)
– Türgriffe, Lichtschalter, Wasserhähne, Toiletten desinfizieren
– Atemschutz tragen (FFP2-Masken oder 60°C waschbarer Mund-Nasen-Schutz)
– Gesicht mit Plastik-Visier oder Schutzbrille abdecken
– Körperliche Kontakte vermeiden bzw. verkürzen
– Abstand halten (mindestens 1,5 m und in unbelüften Räumen viel mehr)
– Menschengruppen vermeiden und Infizierte isoliert versorgen
– Räume möglichst oft frisch lüften (Umluft sterilisieren)
– Gesundheit fördern durch Ernährung, Schlaf, Nichtrauchen,… Continue reading

Arbeiter*innen-Gedenktag

Am 28.April wird jedes Jahr den an Betriebsunfällen und Berufskrankheiten verstorbenen Arbeiter*innen gedacht. Der internationale „Workers‘ Memorial Day“ ist ein Anlass, um nicht nur auf die menschenverachtenden Ausbeutungsverhältnisse des globalen Kapitalismus hinzuweisen, sondern auch auf die gesundheitsschädlichen Folgen der industriellen Produktionsweise, vor allem für die Erwerbstätigen.

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Der „Park der Menschenrechte“ vor dem Hildegardis-Krankenhaus in Köln-Lindenthal war daher ein geeigneter Ort für eine kleine Installation unter dem Motto: „Gedenkt der Toten, aber kämpft für die Lebenden!“ Da das Jahr 2020 hauptsächlich im Zeichen der Covid19-Pandemie steht, fand auch an der Kölner Universitätsklinik vor dem Infektionsschutzzentrum, in dem die Bevölkerung auf das SARS2-Virus getestet wird, eine Protestaktion statt.

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Anarcho-Syndikalismus international, Nr.11, Frühjahr 2020

Frühjahrsausgabe des ASN-Newsletters mit gewerkschaftlichen Infos aus globaler Perspektive – mit Themenschwerpunkt Corona-Krise:

USA: Arbeiter*innen berichten über die Coronakrise
Britannien: Pfleger*innen – Kanonenfutter für das Virus?
Britannien: Organisierung von Pflege-Arbeiter*innen
Britannien: Zusammenbruch des Neoliberalismus
Frankreich: Bildungsystem in der Gesundheitskrise
Frankreich: Airbus-Arbeiter*innen wieder ans Werk
Frankreich: Aufruf zum Corona-Solidaritätsstreik
Frankreich: Politik labert, Arbeiter*innen leiden
Spanien: Erklärung der CNT-IAA zum Notstand
Polen: Keine Zeit für Angst! Es ist Zeit zu handeln!
Russland: Verhängung der Ausgangssperre
Österreich: Kundgebung bei Caritas-Warnstreik
Indien: Die Folgen der Ausgangssperre
International: Arbeiter*Solidarität mit Bangladesch
International: Dieses System macht uns krank!
International: Aktionstag „Wohnraum für alle!“
International: Aktionstage für offene Grenzen

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Anarchosyndikalismus international - nr11 - Fruejahr 2020

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Gesichtsschutz selbstgemacht

Als eine der hygienischen Schutzmaßnahmen gegen das neue Coronavirus gilt der Gesichtschutz, welcher nicht nur Mund und Nase, sondern auch Augen und Wangen vor einer Infektion durch Speicheltropfen beim Sprechen bewahrt.

Gleichzeitig ist es weiterhin möglich, die Gesichtsausdrücke zu erkennen, die bei einer Verdeckung durch Mund-Nasen-Schutz oder Atemmasken nur schwer erkennbar ist. Die Kommunikation mit hörbehinderten Personen durch Lippenlesen bleibt dabei erhalten und ängstliche Menschen sind nicht durch ein verstecktes Gesicht verunsichert. Die Schwämmchen dienen dabei als Abstandhalter, auch damit die Atemluft nicht innen an der Folie kondensiert.

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Köln: Unterstützung für Hausbesetzung

Seit Anfang März 2020 ist an der Marktstraße 10 (Nähe Bonner Straße 120) auf dem Gelände des Großmarktes in Köln-Raderthal ein leerstehendes Bürohaus von Wohnungslosen besetzt worden, zunächst  als stille Aktion, seit einigen Wochen nun öffentlich. Schließlich sollten während der Corona-Pandemie alle Menschen sicherheitshalber zuhause bleiben – auch jene, die bisher keines hatten. Und wegen der Infektionsgefahr sind die Notschlafstellen zur Zeit keine Alternative zum Leben auf der Straße.

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Mehr als 20 Personen, überwiegend osteuropäische Arbeiter*innen, haben sich dort in  Einzelzimmern eingerichtet und eine Art spontane Hausgemeinschaft mit selbstorganiserter Gemeinschaftsküche gegründet. Und mit Unterstützung lokaler Wohnraum-Aktivist*innen konnte eine für den 30.03. geplante polizeiliche Räumung des städtischen Gebäudes vorerst verhindert werden. Continue reading

Köln: Protest für Geflüchtete

Gegen die Festung Europa und ihre militarisierten Grenzen hat am So 29.03.2020 in mehreren Ländern ein Aktionstag aus Solidarität mit den Geflüchteten stattgefunden.

Da wegen der Corona-Krise ein Versammlungsverbot herrscht, hatte die Flüchtlingshilfe „Seebrücke“ zu einer Online-Demonstration aufgerufen. Das ASN Köln hat sich an dieser neuen Form des öffentlichen Protestes sowohl virtuell, wie auch in der realen Welt beteiligt.

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Dabei geht es nicht nur um eine dringende Evakuierung der überfüllten Flüchtlingslager in Griechenland, sondern auch um die medizinische und hygienische Unterversorgung in den Sammelunterkünften und Abschiebegefängnissen.

Ein allgemeiner und kostenloser Zugang zur Gesundheitsversorgung muss einhergehen mit einer besseren materiellen und personellen Ausstattung der Krankenversorgung und Pflegeeinrichtungen. Die Gesundheitsarbeiter*innen und (auch privat) Fürsorgeleistenden müssen nicht nur anerkannt und aufgewertet, sondern vor allem besser geschützt und höher entlohnt werden!

#openborders #leavenoonebehind

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk — ASN Köln (CC:BY-NC)